Vita

Elena Kaufmann

Am 25. Mai 1985 wurde ich in Workuta/Russland geboren. Ich wuchs in Sankt Petersburg auf, ein Ort voller Magie. Diese Stadt ist nicht einfach nur eine Heimat für mich geblieben. Zu viel ist dort geschehen. Überhaupt alles, was einen jungen Menschen ausmacht, gab mir diese Stadt an der Newa. Ich trug sie in meinen Adern, ihre Energie, Geschichte und Geschwindigkeit. All dies brachte ich 2012 mit nach Erfurt.

Während des Fotografie-Studiums erweckten die Lektionen von Yuri Kozyrev und Sergey Maximishin in mir ein großes Interesse für die Dokumentarfotografie. Der bisher im Zentrum meiner Aufmerksamkeit stehende Mensch kam jetzt immer öfter in Situationen beim Festhalten der Realität vor. 2019 durfte ich eine Schülerin des MAGNUM Fotografen Gueorgui Pinkhassov in Paris sein – eine intensive Erfahrung, die mir bis jetzt einen der wichtigsten Impulse in meiner Fotografie gab. Ich bewunderte ihn, einen Menschen, der keine Angst hat, zu seiner Wahrheit zu stehen. Und er inspirierte mich, meine zu lieben und auszuleben. Ich hatte immer Schwierigkeiten, Menschen so zu fotografieren, wie sie sich selbst sehen wollen. Nein, meine Porträts werden nicht die Profilbilder ihrer Facebook Seiten. Ich suche nach dem Verborgenen im Menschen. Dafür bekomme ich oft Tränen, höre: Ja, das bin ich. Dies bedeutet mir sehr viel, weil ich es wohl gefunden habe und zeigen kann, wie wunderschön wir sind, wenn wir uns nicht hinter dem Dickicht „nach außen wirken zu müssen“ vergraben. Wie wunderschön es ist, sich nicht konstant beschützen zu müssen und einfach da zu sein. Wahrhaftig wie Du bist. Ich liebe es, im Gespräch den Punkt zu erreichen, an dem der Mensch mir gegenüber natürlich und offen ist, mit all seinen Wunden, den Ängsten und seiner Suche nach Glück. In diesem Moment entsteht eine Energie, dass ich kurz denke, ich verstehe die Welt doch…

2018 habe ich mein erstes großes Kunstprojekt „Ein Jahr mit dem Stern“ über eine Jüdische Gemeinde ausgestellt. Die Arbeit an dem Projekt hat viel in mir bewegt und so entschied ich mich, dies zu vertiefen und mit meinem neuen Projekt "Der Weiße Faden" eine neue Dimension zu schaffen. Die Verknüpfung von Frau und Religiosität in nur einem Foto - und nur mit dem Fokus auf das Tief-Menschliche und Persönliche, auf Sehnsüchte, auf Erfahrungen, auf Gefühle, ohne Zeichen, ohne Rituale, ohne Titel. Pure Menschen. Pure Frauen.

Wir können es versuchen, aber allein drehen wir uns oft in einem geschlossenen Kreis und verweilen auf der Stelle. Ich bin sehr dankbar, seit mehreren Jahren mit zwei talentierten Menschen: Antje-Maria Lochthofen und Martin Kaufmann gemeinsam zu arbeiten, von beiden zu lernen, zu wachsen und grenzenlos zu schätzen, die zwei an meiner Seite zu haben.

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