Bau des Kokons

Martin Kaufmann über die Idee und Verwirklichung des Ausstellungsraum "Kokon"


Als Diplom-Ingenieur für Drucktechnik versteht man viel von Typografie, Fotografie und der passenden Auswahl von Produktions- und Gestaltungsverfahren. Aber wie präsentiert man sensible Porträtfotografie und starke Texte im öffentlichen Raum, dass sie Menschen aufmerksam machen, sie vielleicht sogar berühren. Keine gewöhnlichen Orte sollen es sein, keine Räume mit Mauern und festen Strukturen, sondern offen und klar sollen sie sein, sichtbar und für alle jederzeit zu erreichen. Ein öffentlicher und transparenter Ausstellungsraum, der mobil ist, der einer feinfühligen Kunstform Zugang und Schutz gibt. Natürlich, „Der Weiße Faden“ als Motiv der Ausstellung schob sich bei der Suche nach Formen und Strukturen in Natur und Technik immer deutlicher in den Vordergrund. Zu Hause bei einem guten Freund hatte ich eine einfache Lampe gesehen, rund mit einigen Dellen, transparent durch einen Gewebestoff, mit filigranen Metallstreben. Zu technisch und wenig organisch, aber sie blieb trotzdem in meinem Kopf. Und es bewahrheitete sich wieder, die Natur ist der beste Anreger und Formenbauer, ein Kokon musste es sein. Durchsichtig und verletzbar. Stark und wehrhaft. Dieser Raum soll 20 großformatige Frauenporträts, 20 feinfühlige Texte beschützen, soll der Idee von einem friedlichen, vorurteilsfreien Miteinander einen sicheren Platz geben. Dieser Raum soll in bestem Falle Geburtsstätte für neue Gedanken sein. Soweit die Überlegungen. Das war die Form, aber noch kein Ausstellungsraum. Am Küchentisch entstand ein Modell aus Metalldrähten und dünnem Gewebestoff. Architektur und Statik kamen hinzu. Welche Materialien passen zu diesem Kunstprojekt, zur Form und wie verbinden wir dies mit den Porträts? Gemeinsam mit den Ingenieuren und Baustatikern Jürgen Bialozyt und Phillip Röder begannen wir mit der Konstruktion. Viele Monate und Überlegungen später nahmen unsere Vorstellungen konkrete Umrisse an. Eine Konstruktion, unabhängig und losgelöst von Orten und Gegebenheiten, ein Ausstellungsraum im öffentlichen Raum mit außergewöhnlicher Form und Assoziation war geboren.

Ausstellungssphäre Kokon

2560 x 1440 px

Bau des Kokons

3024 x 4032 px

Schweißen der Stahlstützen

3024 x 4032 px

Betonfundamente

3024 x 4032 px

Rohrbogen

3024 x 4032 px

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Brühler Straße 40a
99084 Erfurt